Virtual Pivot Point

Für die Entwicklung unseres 160-mm-Endurobikes Trailbanger standen die CENTURION-Ingenieure vor einer neuen Herausforderung: Das LRS-System – über Jahre bewährt und mit vielen Vorzügen ausgestattet – stieß beim 140-mm-All-Mountain No Pogo an seine Grenzen; um die Federwegspalette noch erweitern zu können, bedurfte es eines neuen Konzeptes. Unter Zuhilfenahme spezieller Konstruktions-Software und vieler aufeinander aufbauender CAD-Designs war mit einem VPP-Hinterbaukonzept die beste Lösung gefunden. Anders als bei herkömmlichen Eingelenksfahrwerken beschreibt der Hinterbau eines VPP-Bikes beim Einfedern keine Kreisbahn; vielmehr bewegt er sich um einen virtuellen Drehpunkt – auf Englisch: „Virtual Pivot Point“.

Dieses spezielle Verhalten bringt den Designern und Konstrukteuren einen größeren Gestaltungsspielraum hinsichtlich der Kinematik. Somit können sie auf Aspekte wie Fahrwerkssensibilität, Antriebsneutralität und Bremsverhalten besser eingehen. Im Ergebnis zeichnet sich die CENTURION-Interpretation des VPP-Konzepts einerseits durch effektives und sensibles Arbeiten aus, anderseits weist es nicht das bisher von langhubigen Fahrwerken bekannte Wippen auf. Zudem bewirkt die spezielle Verbindung zwischen Hauptrahmen und Hinterbau eine fast vollständige Entkopplung von Bremseinflüssen. Dadurch steht dem Fahrer beim Bremsen ein voll aktives Fahrwerk zur Verfügung – absolut unerlässlich, wenn es in Enduro-typischem Terrain richtig zur Sache geht!

Da sich während der umfangreichen Tests des neuen VPP-Hinterbaus zeigte, dass auch 140-mm-Fahrwerke sehr gut mit diesem Konzept funktionieren, adaptierte die CENTURION-Entwicklungsabteilung das VPP-Konzept auf das All-Mountainbike No Pogo. Somit profitiert seit dem Modelljahr 2011 auch die All-Mountain-Fraktion auf diese Weise von allen Vorzügen unserer VPP-Kinematik.


Dreiecksbeziehung
Hauptrahmen und Hinterbau des VPP-
Systems sind über Gelenke und eine Wippe miteinander verbunden.
Der Dämpfer sitzt gut geschützt vor dem Sitzrohr.


Kraftwippe
Filigrane Umsetzung bei höchster Steifigkeit:
Die Wippe des VPP-Hinterbaus sorgt für eine
optimale Fahrwerksperformance.

Technik-Lexikon

Antriebseinflüsse
Durch den Zug der Kette wird die Federung der meisten vollgefederten Mountainbikes mehr oder weniger stark zusammengezogen. Dadurch kommt es zu einem Wippen des Rades, der Vortrieb wird spürbar ineffizient. Allerdings lässt sich dieses Phänomen durch eine geschickte Konstruktion der Kinematik minimieren – was den CENTURION-Entwicklern gelungen ist! Das auf diese Weise ausgelegte Fahrwerk bedarf keiner zusätzlichenWipp-Unterdrückung durch Plattform-Federbeine und bietet deshalb jederzeit ein feinfühliges Ansprechverhalten. Zusätzliches Plus: Eine Kurbelrückdrehung beim Einfedern, bekannt als Pedalrückschlag, ist kaum bemerkbar.

Bremseinflüsse
Durch Betätigung der Hinterradbremse wird ein Drehmoment auf den Hinterbau ausgeübt. Während dies bei herkömmlichen Eingelenksfahrwerken zum Einfedern des Fahrwerks führt und dieses verhärtet, dreht der CENTURION-Hinterbau dank unserer Interpretation des VPP-Konzepts beim Einfedern kaum; das entstehende Bremsmoment verhärtet die Federung somit deutlich weniger.
Sie bleibt sensibel und sorgt jederzeit für Kontakt zwischen Reifen und Untergrund. Auf diese Weise ist stets eine maximale Bremskraftübertragung möglich – für maximale Sicherheit!