Philosophie

Wer mich kennt, der weiß, mein bevorzugtes Gebiet zum Radfahren sind die Berge – die höchsten und die unwegsamsten. Am besten solche, auf denen man noch pionierhaft unterwegs sein kann, so wie zu Beginn der 1990er Jahre, als ich mit Andi Heckmair und Gerhard Strittmatter auf Mountainbikes zum ersten Mal eine Trans-Alp befuhr.

Ansonsten aber, wenn ich in flacherem Terrain unterwegs bin, lebe ich stets auf, wenn ich an einem Feld voller Sonnenblumen vorbeifahre. Ich kann mich gar nicht satt sehen an diesen Pflanzen, die vor Kraft nur so strotzen und mit ihren knallgelb strahlenden Köpfen Tag für Tag dem Lauf der Sonne folgen! So fangen sie die freie Himmelsenergie ein bis zum letzten Strahl. Und wenn der Himmel manchmal grau ist, dann kommt es mir vor, als könnte ein Feld voller Sonnenblumen fast das Original ersetzen. Oft habe ich sogar das Gefühl, dass sie auch mir mit ihren Blüten folgen, wenn ich an ihnen vorbeifahre…

Mir zeigt die Sonnenblume, dass wir letztendlich alle mit der gleichen Energie verbunden sind, wie sie der Natur innewohnt. Sie zeigt auch, dass es stets die Bewegung ist, aus der die Kraft erwächst – Bewegung im sinnvollen Wechsel mit Ruhe und Ausgeglichenheit. Auch wir müssen uns ständig wieder neu ausrichten auf unseren Lebensmittelpunkt. Von dort beziehen wir die Kraft, mit der wir die Aufgaben des Alltags bewältigen.

Mein Lebensmittelpunkt, keine Frage, ist das Radfahren – von klein auf, als ich das Kunstradfahren trainierte, später, als ich Querfeldeinrennen fuhr, bis heute, wo ich als Inhaber von CENTURION immer wieder neue Fahrräder erlebe, kreiere, vertreibe – und natürlich auch selbst fahre. Fahrräder bestimmen mein Leben, sie sind meine „Sonne“, wenn Sie so wollen, auf die ich mich ausrichte.

Nie haben sie für mich an Faszination verloren, und je mehr Möglichkeiten sie eröffnen, um so spannender wird auch meine Arbeit. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Eindruck davon, wie unser „Rad der Zeit“ 2012 aussieht – und was es alles kann.

Für Ihre Touren aber empfehle ich Ihnen: Schließen Sie Bekanntschaft mit den leuchtenden Meeren der Sonnenblumen unterwegs – sie helfen Ihnen, sich selbst und die Welt zu entdecken!

Viel Freude dabei,

Ihr Wolfgang Renner