TRAILBANGER TECHNIK
Gewaltige 160 mm Federweg führt unser Trailbanger ins Feld – und ins Geröll. Allein die Vorstellung, dass diese Reserven in extremen Fahrsituationen durchaus abgerufen werden können, verlangt nach soliden konstruktiven Maßnahmen, um ein Maximum an Kontrollierbarkeit zu
gewährleisten. Und das bedeutet hier nichts anderes als „Sicherheit“. Was wir an Verstrebungen und zusätzlichen Profilsträngen investierten, um
den Rahmen bei vertretbarem Gewicht verwindungssteif zu machen, selbst wenn der Federweg voll ausgenutzt wird, ist offensichtlich. Intern sprechen wir von einem „starken Knochenbau“, den unser Trailbanger
mitbekommen hat.


VPP – die Federung „mit Kurve“

Um die Antriebseinflüsse zu eliminieren, die jede Federung als „Risiken und Nebenwirkungen“ auf ihrem Beipackzettel trägt, haben wir uns für das VPP-Prinzip entschieden. „Virtual Pivot Point“ bedeutet „Imaginärer Drehpunkt“ – und das wiederum, dass der Trailbanger-Hinterbau sich beim Einfedern nicht (wie bei gewöhnlichen Federungen) um einen fixen Punkt dreht, sondern gleichsam eine Kurve beschreibt. Die ist mit massivem Einsatz von CAD-Design und in ausdauernden späteren Praxistests so ermittelt worden, dass die Federung weitestgehend entkoppelt vom Antrieb agiert. Beim Antritt schaukelt sich das Bike also nicht auf, und zum Verzögern bleibt das Bremsaggregat jederzeit einsatzbereit, ganz gleich, wie stark der Hinterbau gerade einfedert.

Konstruktiv ist der Trailbanger-Hinterbau, der in sich übrigens ein verwindungssteifes geschlossenes Dreieck bildet, durch zwei Hebel mit dem Hauptrahmen verbunden. Über die insgesamt vier Lagerpunkte definiert sich die sogenannte „Raderhebungskurve“. Entscheidend ist hier sowohl die Länge der Hebel wie auch die exakte Bestimmung der Lagerpunkte an Hinterbau und Sitzrohr.
Eine Federung mit Virtual Pivot Point ist konstruktiv deutlich aufwendiger und am Bike auch schwerer als ein gewöhnliches System mit nur zwei Lagerpunkten. Da aber die störenden Antriebseinflüsse um so
problematischer werden, je größer der Federweg ist, haben wir uns beim Trailbanger-Enduro für diese Technik entschieden.


Tapered Steerer – das konische Steuerrohr

Um die großen Kräfte zu verdauen, die beim vollen Eintauchen der
Vorderradfederung auftreten, besitzt das Trailbanger mit der Fox 36 Talas R eine massive Heavy-Duty-Gabel – und, um sie (die Kräfte) vom Gabelschaftrohr weiter in den stabilen Rahmen einfließen zu lassen, einen sogenannten „tapered Steerer“. Das ist ein Steuerrohr, das an seinem
unteren Ende einen vergrößerten Durchmesser von 1.5" aufweist, während es oben mit 1.1/8" normal dimensioniert ist. Vorteil: Der Querschnittsprung vom Steuerrohr über die Gabelkrone zum Gabelschaft wird angeglichen, der Kraftfluss harmonischer. Zugleich aber besteht weiterhin freie Wahl zwischen allen gängigen Serien-Vorbauten. Das „tapered Steerer“ verleiht dem Frontend des Trailbanger eine weitere aparte Note.


Massive Steckachsen

Das Vorderrad wird von Haus aus mit einer 20 mm dicken Steckachse in den Ausfallenden fixiert, die dafür ein spezielles Format aufweisen. Auch die verwendeten Naben sind speziell für dieses Maß konstruiert. Bei
vertretbarem Mehrgewicht vermitteln sie der 160 mm Federgabel von Fox das erforderliche Plus an Seitenstabilität.

Auch im Zentrum des Hinterrades wirkt eine verstärkte Achse: das
X 12 – System der Firma Syntace. Es ist tatsächlich leichter als die durchschnittliche Schnellspanner-Achse, überzeugt durch höchste Steifigkeit und lässt sich vor allem blitzschnell einbauen und wechseln. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass diese Achse sich mittels Konen exakt und wie von selbst zentrieren lässt – was besonders für Bikes mit großen Bremsscheiben (180 mm Durchmesser am Trailbanger hinten) unverzichtbar ist, damit während der Fahrt die Bremszange nicht schleift.